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Rheinische Post den 26.06.2010-07-08
Text: Ulla Pantel
Austellung Eliane Paulino - Kunsthaus Mettmann
Plankton wurde in Jahrmillionen zu Erdöl, Erdöl wird zu Plastik verarbeitet und Plastik ist der Werkstoff, aus dem die Kunstoff, aus dem die Künstlerin Eliane Paulino Plankton ähnlice Objekte gestaltet. In ihrer fröhlich bunten Austellung im Kunsthaus Mettmann beschreibt die Künstlerin damit eine kreisförmige Entwicklung, die der Mensch mit seinen Eingriffen in die Natur eingeleitet hat. Nach ihrer Überzeugung wird diese unweigerlich zur Erschaffung künstlerischen Lebens führen. ,,Schon jetzt können wir oft kaum noch unterscheiden, was natürlich und was künstlich hergestelt ist“ , sagt die deutsch-brasilianische Künstlerin. Die Täuschung betreffe aber nicht nur den Menschen selbst. Plastikabfälle, die in riesigen Mengen ins Meer entsorgt werden, würden von den Lebewesen dort aufgenommen und führten bei den mikroskopisch kleinen Meeresbewohnern zu unvorstellbarem Artensterben. Dies sei eine unbemerkt schleichende, viel gefährlichere Katastrophe als die Ölpest vor der amerikanischen Künste.,, Wenn das Plankton stirbt, die Photosynthese nicht stattfindet, geht auch die Lebensgrundlage an Land verloren.“
Eliane Paulino zeigt in ihrer Austellung keinen erhobenen Zeigefinger, sondern eine verführerisch bunte Kunstwelt voller phantastisch geformter Mikroorganismen, Amöben, Quallen und Seeanemonen. Im Artenreichtum des Planktons hat sie eine unerschöpfliche Quelle vielfältigster Formen gefunden, die ihr als Anregung zur Gestaltung ihrer Kunstwesen dienen, Nachfolgend sind diese Objekte aus Polyethylen die Motive für ihre digitale Fotografie. Durch Umkehrung (Inversion)
Verfremdet, wird aus hellen Lichtreflex auf glänzendem Plastik dunkel-transparente Stofflichkeit, die wiederum eine Täuschung schafft und die Dreidimensionalität ihrer Objekte hintertreibt: Es entsteht ein doppelbödiges Spiel um simulierte Evolution, das auch das Wesen des Menschen in seiner schöpferischen Natur beschreibt. Diese ist ihrerseits von dessen biologischen Anlagen bestimmt (Biosm). In ihrer Folge ensteht eine Wechselwirkung zwischen Kunst und Naturwissenschaft, die in Zukunft immer stärkere Bedeutung bekommen könnte. Eliane Paulino wurde 1968 in Brasilien geboren und lebt in Düsseldorf. Ihr an der Kunstakademie Maastricht begonnenes Studium der Freien Kunst schloss sie 2002 mit dem Schwerpunkt Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf bei Professor. Klaus Rinke ab. Ihrer Arbeiten wurden bereits in zahlreich Austellung in den USA und Europa bekannt. Zu ihren Stationen zählen etwa das Cleveland- und das Indianapolis-Museum of Art und das Tate Art Museum in London. Zahlreiche Rauminstallationen schuf sie zusammen mit dem ukrainischen Künstler Aljoscha.
Die Austellung im Kunsthaus Mettmann, Lohstraße 2, ist bis zum 26.Juni 2010 zu sehen.